Verhaftet, eingesperrt, getötet – die gefährlichsten Orte der Welt für humanitäre Helfer

2018 wurden weltweit bereits 76 Nothelfer getötet – mehr als die Hälfte davon in Syrien

Wien (OTS) Nirgendwo sind im aktuellen Jahr so viele NothelferInnen ums Leben gekommen wie in Syrien, gibt die internationale Hilfsorganisation CARE zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August bekannt. Seit Jahresbeginn sind bereits 76 HelferInnen bei ihrer Arbeit getötet worden. Davon haben 42 allein in Syrien, wo seit 2011 ein erbitterter Bürgerkrieg herrscht, ihr Leben während eines Hilfseinsatzes verloren.  

„Syrien ist für Nothelferinnen und Nothelfer der mit Abstand gefährlichste Ort der Welt“
, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Obwohl sie an vorderster Front lebensnotwendige Hilfe leisten, werden sie getötet, verhaftet, eingesperrt. Von den massiven Luft- und Bodenangriffen auf die Zivilbevölkerung sind auch wir als Hilfsorganisation und unsere lokalen Partnerorganisationen betroffen. Diese entsetzliche Statistik beweist: Besonders in Syrien ist Nothilfe eine Frage von Leben oder Tod.“

Anzahl der getöteten HelferInnen in Syrien um 44 Prozent gestiegen
Die Eskalation der Gewalt in Syrien zeigt sich nicht zuletzt in der Zahl der getöteten HelferInnen, die in diesem Jahr um 44 Prozent gestiegen ist – im Vergleichszeitraum Januar bis August 2017 sind 29 HelferInnen in Syrien während eines Einsatzes getötet worden, heuer waren es bereits 42. Weitere Länder, die zu den gefährlichsten für HelferInnen zählen, sind der Südsudan, die Zentralafrikanische Republik und Afghanistan. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung der „Aid Worker Security Database“.

Diese tragischen Zahlen kommen kurz vor dem Welttag der humanitären Hilfe am 19. August, der jährlich im Gedenken an die 22 Menschen stattfindet, die 2003 bei einem Angriff auf das UN-Hauptquartier in Bagdad ums Leben kamen. An diesem Tag soll der Einsatz der Nothelfer gewürdigt werden.

„Nothelferinnen und Helfer leben mit einem hohen Risiko, besonders in Ländern mit bewaffneten Konflikten“, sagt Andrea Barschdorf-Hager. „Meist sind es lokale Helferinnen und Helfer, die in größter Gefahr arbeiten, denn sie sind oft die ersten vor Ort und die letzten, die gehen. Sie stellen unermüdlich die allernötigste Grundversorgung sicher, verteilen Hilfsgüter und Nahrungsmittel und koordinieren Hilfseinsätze.“

Wegen ihrer Arbeit geraten HelferInnen oft ins Kreuzfeuer der Konfliktparteien und werden zunehmend zum Ziel brutaler Übergriffe. Angriffe auf humanitäre HelferInnen gelten gemäß dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs als Kriegsverbrechen: Alle Konfliktparteien müssten sicherstellen, dass Helfer uneingeschränkten Zugang zu Menschen in Not erhielten und nicht zum Angriffsziel würden, fordert CARE daher. Die Hilfsorganisation setzt sich als Mitglied der „Working Group on Protection of Humanitarian Action“ für Bedingungen, die mehr Schutz und Sicherheit in der Nothilfe gewährleisten, ein.

Der Schutz der HelferInnen in bewaffneten Konflikten ist als Teil des humanitären Völkerrechts unbedingt einzuhalten, so Barschdorf-Hager: „Es ist eine moralische und eine rechtliche Verpflichtung. Humanitäre Helfer sind keine Zielschreibe. Hilfseinsätze dürfen nicht behindert werden.“

Gefährlichste Orte für Helfer (1. Januar – 9. August 2018):

1. Syrien – Zwischenfälle*: 30 / Tote: 42
2. Südsudan – Zwischenfälle: 23 / Tote: 7
3. Zentralafrikanische Republik – Zwischenfälle: 8 / Tote: 6          
4. Afghanistan – Zwischenfälle: 4 / Tote: 6
5. Nigeria – Zwischenfälle: 1 / Tote: 3
6. Somalia – Zwischenfälle: 5 / Tote 3
7. Aserbaidschan – Zwischenfälle: 1 / Tote: 3
8. DR Kongo – Zwischenfälle: 8 / Tote: 2
9. Myanmar – Zwischenfälle: 1 / Tote: 1
10. Jemen – Zwischenfälle: 2 / Tote: 1
11. Palästinensische Gebiete: Zwischenfälle: 1 / Tote: 1
12. Sudan: Zwischenfälle: 1 / Tote: 1

*Zwischenfälle: Kidnapping, Angriffe u.a.

Quelle: Aid Worker Security Database

Rückfragen & Kontakt:

CARE Österreich, Mag. Katharina Katzer
Presse & Medien, Tel. +43 (0)1 7150715-55, Mobil: 0664-88731425
katharina.katzer@care.at, www.care.at



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