Alois Schwarz ist neuer Bischof von St. Pölten

Feierliche Antseinführung des bisherigen Gurker Bischofs im St. Pöltner Dom mit Kardinal Schönborn, Nuntius Zurbriggen und zahlreichen Repräsentanten aus Kirchen und öffentlichem Leben - Amtsübergabe von Klaus Küng an Alois Schwarz erfolgte zu Beginn des Gottesdienstes - Schwarz : "Will das missionarische Miteinader fördern und ein Hörender sein"

St. Pölten (KAP) - Alois Schwarz ist neuer Bischof der Diözese St. Pölten. An der feierlichen Amtseinführung des bisherigen Kärtner Bischofs am Sonntagnachmittag im St. Pöltner Dom nahmen Kardinal Christoph Schönborn, Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, weitere 18 Bischöfe aus dem In- und Ausland sowie zahlreiche Repräsentanten aus Ökumene und öffentlichem Leben in Niederösterreich teil. Gleich am Beginn erfolgte die Amtsübergabe von Bischof Klaus Küng an seinen Nachfolger Alois Schwarz, der damit der 18. Bischof der Diözese St. Pölten ist, die das westliche Niederösterreich umfasst.

Begrüßt wurde der neue Bischof am Anfag der Festmesse von Dompropst Weihbischof Anton Leichtfried. Danach eröffnete der bisherige Diözesanbischof Küng den Gottesdienst. In der Ernennungsurkunde, die vor der Amtsübernahme durch Ordinariatskanzler Gottfried Auer verlesen wurde, schreibt Papst Franziskus über Bischof Schwarz und sein bisheriges Wirken in der Diözese Gurk: "Du (...) hast die bischöfliche Aufgabe dort eifrig erfüllt und bist hochgeschätzt wegen deiner menschlichen und priesterlichen Tugenden. Du erscheinst uns daher geeignet, dir diese große Aufgabe zu übertragen." Im Anschluss daran überreichte Bischof Küng seinem Amtsnachfolger den Bischofsstab als Symbol für sein Hirtenamt in der Diözese. Danach geleitete er Bischof Schwarz zur Kathedra, der damit sein Amt übernahm. In der Folge bekundeten Vertreter und Vertreterinnen der Diözese dem neuen Bischof namens der Gläubigen die Treue und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Missionarisches Miteinader fördern und Hörender sein

In der Predigt bekundete Bischof Schwarz, dass er das "missionarische Miteinander" in der Diözese fördern wolle. Ausdrücklich dankte er Bischof Küng dafür, wie dieser die Menschen "auf dem Weg der Heilung und der Heiligung begleitet" habe und dass auch er, Schwarz, diesen Weg weitergehen wolle.

"Als Bischof will ich ein Hörender sein und vor allem jenen zuhören, deren Stimme gewöhnlich übertönt wird und ihnen meine Stimme schenken", sagte Schwarz im Blick auf zahlreiche gesellschaftliche Themen. Dabei dankte er allen, "die sich in den letzten Jahren für asylsuchende Menschen eingesetzt haben". Im Blick auf die aktuelle politische Diskussion um Änderungen im Arbeitsruhegesetz, stellte der Bischof besorgt die Frage: "Werden die allermeisten Menschenin diesem land weiterhin am Sonntag gemeinsam ruhen und den Tag des Herrn heiligen können, damit er zum Heil und Segen für alle wird?"

Mit dem neuen St. Pöltener Bischof feierte Kardinal Schönborn die Festmesse, der als Erzbischof der Wiener Kirchenprovinz vorsteht, zu der auch die Diözese St. Pölten gehört. Weitere Konzelbranten am Altar waren der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der Linzer Bischof Manfred Scheuer, der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics sowie Weihbischof Leitfried. Als Spitzenvertreter von Bund und Land nahmen Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner an der Feier teil. Insgesamt feierten 21 Bischöfe, 10 Äbte, 1 Ordensprovinzial und 5 Ordensoberinnen mit. Die Messgewänder für alle Zelebranten und die Diakone stellte das Stift Göttweig zur Verfügung.

Die Festmesse wurde musikalisch gestaltet vom Domchor, der Domkantorei, dem Jugendensemble des Domes und dem Domorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl. An der Metzlerorgel spielte Domorganist Ludwig Lusser. Zu Kommunion sang auch der Kinderchor "Singing Valenteenies" aus der Pfarre St. Valentin.

Die Kollekte beim Gottesdienst kam je zur Hälfte dem Mutter-Kind-Haus der Caritas in St. Pölten sowie Hilfsprojekten in Syrien zugute, die von der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) verantwortet werden. Das Hilfswerk mit Sitz in Linz ist u.a. in Aleppo und Homs aktiv. "Syrien braucht unsere Hilfe, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und ihr Land wieder aufbauen können", erklärte Bischof Schwarz dazu im Vorfeld der Amtsübernahme.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der neue Bischof die rund 1.200 Mitfeiernden zu einer Agape im Brunnenhof des Bistumsgebäudes. Die gesamte Feier wurde auf ORF III live übertragen.

((forts. mgl.)) PWU/GPU
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