Biodiversität muss gesunde Wälder fördern und Österreichs Wirtschaft stärken | Austropapier

Wichtig wäre eine zielorientierte Lösungsfindung – eine, welche die ökologischen wie auch ökonomischen Rahmenbedingungen in Österreich berücksichtigt. Gerade jetzt brauchen wir neben einem gesunden Wald insbesondere den Erhalt der Wirtschaft und der Arbeitsplätze im Land

Mag. Herbert Jöbstl, Holzindustrie Österreich

Wien (OTS) Die in Österreichs Wäldern nachhaltig geerntete Holzmenge ist Grundlage für die heimische Wertschöpfungskette Holz und sichert 172.000 Betriebe mit über 300.000 Arbeitsplätzen. Die aktuellen Ansätze der Biodiversitätsstrategie Österreich 2030 berücksichtigen wichtige ökologische Faktoren. Unbeachtet bleiben bislang wirtschaftliche Aspekte, die insbesondere für den Bestand der heimischen Holz- und Papierindustrie essentiell sind.

Die österreichische Holz- und Papierindustrie unterstützt die Fortsetzung der Biodiversitätsstrategie mit Blick auf das kommende Jahrzehnt und bekräftigt das Ziel, die biologische Vielfalt zu schützen und über eine nachhaltige Forstwirtschaft zu nutzen. Das vorliegende Konsultationspapier des Klimaministeriums (BMK) enthält jedoch Ansätze, die eine massive Reduktion der Rohstoffbasis für die gesamte Wertschöpfungskette Holz in Österreich bedeuten.

Außer-Nutzung-Stellung mit negativen Effekten auf Wirtschaft und Klima

Besonders kritisch wird industrieseitig die geplante Außer-Nutzung-Stellung großer Waldflächen gesehen, die dann für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzernte nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Forcierung einer „segregativen“ anstatt einer „integrativen Waldbewirtschaftung“ gefährdet den Forstschutz, mit unabsehbaren Folgen für die Multifunktionalität der angrenzenden Wirtschafts- und Schutzwälder. Die Reduktion des Holzangebots würde unweigerlich zu negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen führen. Der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze, ein deutliches Sinken des Exports sowie der inländischen Wertschöpfung wären schwerwiegende Konsequenzen. Zwangsläufig würde sich auch der Druck zur Rohstoffbeschaffung aus Ländern mit wesentlich geringeren Waldbewirtschaftungsstandards vergrößern.

Eine Studie der Universität für Bodenkultur kommt zum Ergebnis, dass eine Außer-Nutzung- Stellung von 10% der österreichischen Waldfläche bereits eine Reihe von Nachteilen bringt. Es würde zu einer Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen kommen sowie einer Verlagerung der Nutzung vor allem in das benachbarte Ausland. Auch wird die Erreichung gesetzter Klima- und Energieziele (Klimaneutralität 2040) durch Elemente der aktuellen Biodiversitätsstrategie konterkariert. Gerade im Bereich erneuerbarer Energien liefert Holz den größten Beitrag. Unter anderem versorgt die Holz- und Papierindustrie zehntausende Haushalte mit klimaneutraler Wärme durch prozessbedingte Abwärme. Aber auch im Bereich der Bioökonomie und im Holzbau braucht man den Rohstoff Holz.Die aktuelle Studie „CareForParis“ belegt klar, dass der größte Hebel für den Klimaschutz der Ersatz CO2-intensiver Rohstoffe durch Holzprodukte ist. Eine verringerte Holznutzung – durch Außer-Nutzung-Stellung von Wäldern – führt zu höheren Emissionen von fossilem Kohlenstoff.

In Österreich wachsen jedes Jahr 4,2 Mio. Kubikmeter mehr Holz nach als genutzt werden. Der Wald ist somit ein nachwachsender Energie- und Rohstofflieferant für eine klimafreundliche Zukunft. Wald und Holz haben damit eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz und den Wirtschaftsstandort Österreich.

Dialog mit Industrie und Wertschöpfungskette Holz essentiell

„Wichtig wäre eine zielorientierte Lösungsfindung – eine, welche die ökologischen wie auch ökonomischen Rahmenbedingungen in Österreich berücksichtigt. Gerade jetzt brauchen wir neben einem gesunden Wald insbesondere den Erhalt der Wirtschaft und der Arbeitsplätze im Land“, appelliert Mag. Herbert Jöbstl, Stellvertretender Obmann der Holzindustrie Österreichs und wünscht sich damit, die Leistungsfähigkeit der Wertschöpfungskette Holz in Österreich nicht nur beizubehalten, sondern vielmehr zu stärken. Auch Dr. Kurt Maier, Vorsitzender Austropapier, unterstreicht, dass ein diesbezüglicher Dialog mit der Politik unumgänglich ist, um eine sinnvolle und effiziente Umwelt- und Wirtschaftspolitik zu gewährleisten.

Die österreichische Holz- und Papierindustrie ist neben der Forstwirtschaft Teil der Wertschöpfungskette Holz. Mit einem Produktionswert von rund 12 Mrd. Euro und einem jährlichen Exportüberschuss von durchschnittlich 4 Mrd. Euro zählt der Wald- und Holzsektor zu den wichtigsten Stützen des Wirtschaftsstandortes Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Nicolas Snoy
Kommunikation | Öffentlichkeitsarbeit Fachverband
Fachverband der Holzindustrie Österreichs
Tel.: +43 (0)1 / 712 26 01 – 21 | Fax: +43 (0)1 / 713 03 09
E-Mail: snoy@holzindustrie.at | www.holzindustrie.at
Schwarzenbergplatz 4 | A-1037 Wien | AUSTRIA

Julia Löwenstein
Kommunikation Austropapier
Austropapier-Vereinigung der Österr. Papierindustrie
Tel: +43 1 588 86 294 | Mobil: +43 650 620 10 79
E-Mail: julia.loewenstein@austropapier.at | www.austropapier.at
Gumpendorfer Str. 6 | A-1060 Wien | AUSTRIA



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