Diesjähriger Ustaša-Aufmarsch in Bleiburg/Pilberk verhindert

Erfolgreicher antifaschistischer Protest verhindert rechtsextremes Gedenken

Bleiburg/Pilberk/Wien (OTS) Aufgrund der angekündigten Proteste sah sich der kroatische Botschafter in Österreich gezwungen mit seiner geplanten Kranzniederlegung beim Ustaša-denkmal in Bleiburg/Pliberk auf die frühen Morgenstunden auszuweichen. Die von mehreren antifaschistischen Initiativen getragene Demonstration verhinderte den vorgesehenen Ablauf und damit den geplanten faschistischen, geschichtsrevisionistischen Programmpunkt.

Während der Demonstration kam es zu provokantem Verhalten von Seiten der Besucher*innen der Gedenkstätte, die z.B. mit dem Auto auf Demonstrant*innen auf gefahren sind. Die Versammlung wurde ordnungsgemäß aufgelöst und dann als spontane Kundgebung, unter Absprache mit den Behörden, am Loibacher Feld abgehalten.

Mehrere tausend Menschen demonstrierten heute gegen die Gedenkmesse in Sarajevo, die eine von drei Ersatzprogrammpunkten darstellte. Durch die Demonstrationen wurde an die Opfer des Ustaša-Regimes erinnert. Das Ersatzprogramm des Bleiburger Ehrenzugs in Zagreb und Sarajevo hat dort große Teile der Bevölkerung verstört und beleidigt und die nur langsam heilenden Wunden der 1990er Jahre wieder aufgerissen. Dieser transnationale Widerspruch zeigt nicht zuletzt auch auf, wie problematisch die Ustaša-Feier in Bleiburg/Pliberk im Kern ist.

„75 Jahre nach Ende der Shoah wollen wir als junge Juden*Jüdinnen nicht zulassen, dass Nazi-Kollaborateure glorifiziert werden. Es ist ein Skandal, dass mitgetragen von Teilen der kroatischen Regierung und ignoriert von der österreichischen Politik, den Mördern von mindestens 100.000 Menschen im KZ Jasenovac gedacht wird“, so Bini Guttmann, Präsident der Europäischen Union Jüdischer Studierender (EUJS)

Die Plattform Radikale Linke meint dazu: „Es ist kein großes Wunder, dass solche Veranstaltungen in Kärnten stattfinden können und auf keinen großen Widerstand stoßen – weder in der Politik und schon gar nicht durch die Behörden. Denn nationalistische Geschichtsverdrehung, antislowenische Ressentiments und die Verharmlosung oder Leugnung von nationalsozialistischen Verbrechen werden hier von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen – vom 10. Oktober bis zum Ulrichsbergtreffen. Antifaschistischer Protest dagegen bleibt weiterhin legitim und notwendig!“

Von Seiten des Klub Slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien heißt es: „Wir sind überaus erfreut, dass es in so vielen Städten Widerspruch gegen dieses revisionistische Gedenken an die Täter*innen gibt. Über Jahrzehnte galt das Ustaša-Gedenken in Bleiburg verharmlosend als „Kroaten-Gedenken“ oder „Muttertagsgedenken“.

Der AK Bleiburg/Pliberk beobachtet seit 2015 das Ustaša-Treffen und veröffentlicht Berichte und Fotos unter no-ustasa.at. Der AK lenkt den Fokus auf das Verhalten der Behörden vor und während der Gedenkfeier und Proteste. So spielten im Vorfeld der Gedenkfeier die Behörden das Verwirrspiel der Veranstalter um Absage und Wiederanmeldung unkritisch mit und informierte damit im Vorfeld des Treffens die Öffentlichkeit mehrfach mit widersprüchlichen Informationen.

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