Dringend benötigte Kurskorrektur im Gesundheitssystem durch neue Regierung?

Die Maßnahmen müssen endlich so gesetzt werden, dass Hausärzte ungestört arbeiten können.

St. Pölten (OTS) - „2018 könnte ein Schicksalsjahr für das Gesundheitssystem in Österreich werden“, so die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete (Liste Frank) Dr. Gabriele Von Gimborn, MPH. „Denn wir haben eine neue Bundesregierung mit einer ambitionierten neuen Gesundheitsministerin. Frau Mag. Beate Hartinger-Klein kennt sich im System sehr gut aus und weiß ganz genau, in welche Richtung man eine Kurskorrektur steuern muss. Und diese muss heuer erfolgen, sonst ist es zu spät.“

Aus Sicht von Dr. Von Gimborn sind die ersten Gedanken bereits vielversprechend. „Entschlackung der Bürokratie und Entwirrung der Zuständigkeitsbereiche sind die obersten Gebote. Wenn das gelingt, dann löst sich viel von alleine.“ Eines der zu lösenden Folgeprobleme ist die notwendige Steuerung der Patienten in Richtung Best Point of Service. „Und das ist zu 90 Prozent der Hausarzt. Daher müssen wir alle Maßnahmen so setzen, dass Hausärzte ungestört ihrer Arbeit nachgehen können. Derzeit behindern wir sie jedoch nur dabei.“

Föderalismus ist die größte Reformhürde

Als Ziel muss laut Dr. Von Gimborn gelten, die Primärversorgung im eigentlichen Sinn auszubauen. „Wohnortnahe medizinische Grundversorgung durch den Hausarzt mit Unterstützung der anderen Gesundheitsberufe und dem Ziel, dass im hausärztlichen Umfeld alle Behandlungen durchgeführt werden, die dort aus medizinischer Sicht möglich sind. Wenn wir das schaffen, dann machen wir die Menschen gesünder und gleichzeitig das Gesamtsystem finanziell schlanker.“

Das ginge alles aus Sicht von Dr. Von Gimborn sehr einfach: „Österreich hat ein flächendeckendes Netz an hausärztlichen Ordinationen. Mit modernen Leistungskatalogen und der Möglichkeit, flexible ärztliche Kooperationsformen im Rahmen der Kassenverträge eingehen zu können, wäre das Problem schon gelöst.“ Leider muss dazu Geld im System vom Spitalsbereich in den niedergelassenen Bereich verlagert werden. Und diese Tatsache stellt im System des österreichischen Föderalismus eine große Hürde dar.

Missglücktes Primärversorgungsgesetz sollte repariert werden

Von den irreführender Weise als „Primärversorgungszentren“ bezeichneten Zusammenlegungen von Kasseneinzelverträgen hält Dr. Von Gimborn jedoch wenig. „Wenn wir aus drei Einzelvertragsärzten ein „Primärversorgungszentrum“ mit drei Ärzten machen, dann haben wir noch rein gar nichts erreicht, selbst wenn das Leistungssystem umgestellt wird. Denn die dringend benötigte Kapazitätsausweitung im hausärztlichen Bereich findet so ja nicht statt.“

Und dieses Gesetz treibt auch schon die typischen österreichischen Blüten. „Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen, was wieder nicht zur dringend benötigten Entschlackung des Systems beiträgt. Ich hoffe nur, dass dieser missglückte Versuch unter der neuen Regierung ausgebessert wird. Im Sinne einer echten Primärversorgung zum Nutzen der Patienten“, so Dr. Von Gimborn abschließend.

 

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Michael Dihlmann
Michael.dihlmann@outlook.com
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