„Ein großer Österreicher und Europäer ist nicht mehr“

Landeshauptmann Günther Platter zum Tod von Alois Mock

Innsbruck (OTS) - „Mit dem Tod von Alois Mock verlieren Österreich und Europa einen der profiliertesten und angesehensten Politiker unseres Landes“, zeigt sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter, Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, vom Tod des ehemaligen Außenministers und Vizekanzlers betroffen. Mock verstarb im 83. Lebensjahr.

Überzeugter Europäer, glühender Patriot, unbeirrter Diplomat – „ein großer Staatsmann, wie ihn die Welt besonders in bewegten Zeiten braucht – das war Alois Mock. Er scheute keine Herausforderungen, vermittelte mit Standhaftigkeit seine Werte im Zeichen der Demokratie und hatte dabei stets das Wohl Europas und Österreichs vor Augen. Mit ausprägten politischen Gestaltungswillen, Konsequenz und Prinzipientreue sowie Verantwortungsbewusstsein und humanitärem Engagement wurde Mock in Politik und Gesellschaft geschätzt“, so LH Platter.

Ein Leben im Zeichen Europas

Als „Mister Europa“ schrieb er viele Seiten der europäischen Geschichte, als Brückenbauer versuchte er beharrlich zwischen den Fronten zu vermitteln. Bei seinem Amtsantritt als Außenminister im Jahr 1987 setzte er es sich zum Ziel, Österreich in die Europäische Gemeinschaft zu führen. „Ohne sein unermüdliches Engagement wäre der Beitritt Österreichs zur EU nie so zum Wohle unseres Landes erfolgt, wie es wir es heute schätzen. Trotz Rückschlägen und großen diplomatischen Herausforderungen verlor er sein Ziel nie aus den Augen. Es ist seinem großen Verhandlungsgeschick zu verdanken, dass wir heute als Teil der Europäischen Union sind. Als Motor der Beitrittsverhandlungen geht Alois Mock in die österreichische Geschichte ein“, zeigt sich LH Platter überzeugt.

Auch Südtirol hat dem Staatsmann Mock viel zu verdanken: Nur eine Kultur der Vergangenheitsaufarbeitung führt zu einem dauerhaften Frieden zwischen den Völkern in Europa – so die Überzeugung Mocks. Als zentrale Figur bei der Abgabe der Streitbeilegungserklärung zwischen Österreich und Italien im Jahr 1992 zeigte Mock bis heute großes Interesse an den Entwicklungen der Autonomie in Südtirol.

Kampf für Freiheit, Demokratie und Völkerrechte

In seiner Zeit als Außenminister fielen zudem weitere Ereignisse historischer Bedeutung: So bleibt uns Alois Mock als jener Außenminister im Gedächtnis, der gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn am 27. Juni 1989 den Eisernen Vorhang durchschnitt. Im ehemaligen Jugoslawien hat Mock früher als andere die Gefahren erkannt und versucht, das Blutvergießen zu verhindern. Er engagierte sich für die rasche Anerkennung Kroatiens und Sloweniens als unabhängige Staaten – bis heute wird sein Wirken dort hoch geschätzt.

„Wir haben einen großen Menschen, einen großen Politiker verloren, der für viele weitere Generationen ein geschätztes Vorbild bleiben wird“, ist sich LH Platter sicher.

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