Fundierter Wissenschaftsjournalismus braucht Finanzierung | Klub der Bildungs

Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten fordert Vergabe der Medienförderung nach Qualitätskriterien.

Wien (OTS) - Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig eine hinreichende finanzielle, personelle und kompetenzmäßige Ausstattung von Bildungs- und Wissenschaftsredaktionen ist. Denn die intensive Erforschung des neuartigen Virus liefert praktisch täglich Schlagzeilen. Wissenschaftsjournalist*innen machen dieses Wissen allen Menschen verständlich. Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen fordert daher, dass die Berichterstattung zu Wissenschaft, Forschung und Bildung zu einem Kriterium für die Vergabe der Medienförderung wird. „Qualität, und nicht Auflage, sollte belohnt werden“, sagt Eva Stanzl, Vorstandsvorsitzende des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen und Wissenschaftsredakteurin der „Wiener Zeitung“.

Gerade die Corona-Krise verdeutlicht, dass die Bevölkerung ein sehr hohes Interesse an seriösen und hochwertigen Recherchen und Berichten im Bereich Wissenschaft, Medizin und Forschung hat. Einer Umfrage des Medienhauses Wien zufolge vertrauen sogar junge Menschen klassischen Medien zum Thema Corona wesentlich mehr als populären Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter & Co. Die Menschen wünschen sich eine neutrale Informationsquelle, um besser verstehen zu können, was das Auftauchen des neuen Virus bedeutet und welche Folgen dies hat.

„Kein seriöses Medium, das umfassend informieren will, kann ohne den Pfeiler Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus auskommen“, hebt Stanzl hervor. „Faktenbasierter Wissenschaftsjournalismus ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für Zeitungen, Magazine, Nachrichtensender und Online-Publikationen. Es gilt, einer wachsenden Zahl krauser Verschwörungstheorien verständlich erklärte wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen, und zwar nicht nur betreffend Corona, sondern auch bei fundamentalen Themen wie Klimaschutz, Gentechnik oder künstliche Intelligenz.“

Neue Modelle für Bildungseinrichtungen

Auch der Bereich Bildung spielt in der Corona-Krise eine besondere Rolle. Die Schulschließungen zählten zu den härtesten Prüfungen nicht nur für Kinder, sondern auch Eltern und Lehrer*innen. Zugleich hat die Corona-Krise die Digitalisierung an den Schulen auf unerwartete Weise vorangetrieben – aber auch Handlungsbedarf aufgezeigt. Neue Modelle für Bildungseinrichtungen müssen in die Tiefe gehend beleuchtet und thematisiert werden.

All das zeigt, wie zentral Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus für eine moderne Gesellschaft ist. Gleichzeitig wird die materielle Lage vieler Wissenschaftsjournalist*innen in Zeiten von Kurzarbeit und wirtschaftlichen Engpässen zunehmend prekär.

Medienförderung für Qualität, nicht Auflage

„Umso mehr ist es notwendig, die öffentliche Medienförderung nicht mit der Gießkanne, die etwa nach Auflage bemessen wird, zu vergeben, sondern sie zielgerichtet dafür einzusetzen, die Qualität der Berichterstattung voranzutreiben“, bekräftigt der Stellevertretende Klub-Vorsitzende, Martin Kugler. Das Ziel müsse sein, der Bevölkerung seriöse und auf Fakten basierende Information zu vermitteln, damit die Bürgerinnen und Bürger informierte Entscheidungen treffen können.

Da die Medienförderung aus Steuermitteln bezahlt wird, muss sich deren Einsatz auch am Nutzen für die Gesellschaft orientieren. Mehr Geld soll es für Medien geben, die ein Wissenschaftsressort mit fix angestellten, gut ausgebildeten Redakteur*innen unterhalten. „Es ist im Sinne unserer aufgeklärten Gesellschaft, dass eine qualitätsvolle Berichterstattung zu diesen Themen ein wesentliches Kriterium für die Verteilung der Medienförderung ist“, so Stanzl und Kugler unisono.

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen Österreichs

Eva Stanzl (Vorsitzende)
c/o Presseclub Concordia, +43 1 53385730

Martin Kugler (Stellvertreter), Veronika Schmidt (Stellvertreterin)
Verena Ahne, Manfred Kadi, Peter Illetschko, Oliver Lehmann, Alice Senarclens de Grancy (Vorstand)

Weitere Informationen: www.wissenschaftsjournalisten.at



Quelle

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