Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina: Europa, wach auch!

Caritas baut Hilfe für Geflüchtete und lokale Bevölkerung weiter aus. Generalsekretär Knapp: „Humanitäre Hilfe kann politische Lösung nicht ersetzen.“

Wien (OTS) Die Situation geflüchteter Menschen in Bosnien-Herzegowina ist nach wie vor dramatisch. Knapp 2.500 müssen bei Temperaturen unter null Grad teils im Freien oder in unzureichend ausgestatteten Camps ohne Wasser, Strom, Toiletten, Duschen und Heizung ausharren. Viele leben in leerstehenden Häusern, auf der Straße, in Wäldern. Komplizierte politische und bürokratische Prozesse verhindern weiterhin jede Lösung.

Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich: „Es ist bereits der dritte Winter, in dem sich die Situation in Bosnien-Herzegowina dramatisch zuspitzt. Tausende Flüchtlinge haben keinen Platz in adäquaten Lagern, hausen in Wäldern, auf der Straße, in leerstehenden Häusern. Hilfsorganisationen haben mit wenigen Ausnahmen keinen Zugang zu den Lagern, was die Hilfe vor immense Herausforderungen stellt. Es handelt sich hier um eine humanitäre Krise, die keineswegs überraschend gekommen ist.“

Caritas baut Katastrophenhilfe in Bosnien aus

Die Caritas Österreich ist bereits seit 2015 entlang der Balkanroute u.a. an der Seite der Caritas Bosnien-Herzegowina bei der Unterstützung geflüchteter Menschen aktiv. Nach der Schließung des Flüchtlingslagers in Bira wurde eine Spendenaktion auf Facebook gestartet, bei der bereits mehr als 200.000 Euro gesammelt wurden. Ein Teil davon wird für dringend notwendige Soforthilfe verwendet, berichtet Knapp: „Wer keinen Platz in den Aufnahmezentren findet und bei Schnee und eisig kaltem Wind im Freien übernachten muss, erhält warme Bekleidung, Winterschuhe, Decken und einen Schlafsack, der vor Kälte schützt. Zudem stellen wir warme Mahlzeiten und medizinische Versorgung zur Verfügung.“ Die Verteilung erfolgt über die diözesane Caritas Banja Luka und die Maria Theresa Schwestern. Zudem wird die Caritas gemeinsam mit dem Roten Kreuz auch die Lebensmittelversorgung innerhalb des Lagers in Lipa sichern.

Seit fast 30 Jahren unterstützt die Caritas die lokale Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina. Die Situation sei auch für sie enorm belastend, so Knapp: „Ein Fünftel der Bevölkerung lebt selbst in Armut, das Land ist mit der Situation massiv überfordert.“ Die Caritas unterstützt die lokale Bevölkerung mit Sozialberatung sowie mit Lebensmittelgutscheinen und Brennholz. Darüber hinaus wird mit lokalen Initiativen an mittel- und langfristigen Unterstützungsmöglichkeiten für die Bevölkerung sowie die Geflüchteten gearbeitet.

Europäische Lösung gefordert

Die Hilfe der Caritas und anderen Hilfsorganisationen könne eine politische Lösung jedoch nicht ersetzen, so Knapp: „Bosnien-Herzegowina befindet sich in einer humanitären Krise, in der humanitäre Nothilfe stark ausgebaut werden muss. Aber: Europa darf die Verantwortung für die mitverursachte Situation nicht länger von sich schieben. Es braucht eine langfristige Lösung für die Geflüchteten in Bosnien-Herzegowina – von einer angemessenen Unterkunft und Versorgung bis zu einem raschen Zugang zu einem fairen Asylverfahren.“

Rückfragen & Kontakt:

Caritas Österreich
Melanie Wenger-Rami
Pressesprecherin, Leitung Öffentlichkeitsarbeit
+43 664/8266920
melanie.wenger-rami@caritas-austria.at
http://caritas.at



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