Grüne NÖ für bundesweit einheitliche, flächendeckende, psychotherapeutische Versorgung – ÖVP lehnt ab

Sozialsprecherin Silvia Moser: ÖVP verhindert für PatientInnen österreichweite Verbesserungen

St. Pölten (OTS) Grüne Landtagsabgeordnete Silvia Moser hält einen Gesamtvertrag für Psychotherapie für dringend notwendig. Deshalb brachten die Grünen in der letzten Landtagssitzung einen diesbezüglichen Antrag ein: „Die Psychotherapie leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Österreich. Die Zahl der psychisch Erkrankten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Besonders zu erwähnen sind Depressionen, Burnout und Angststörungen. Im Antrag der Grünen NÖ wird die Landesregierung aufgefordert an die Bundesregierung heranzutreten, und sich bei dieser für die Schaffung eines Gesamtvertrages für Psychotherapie mit dem Österreichischen Berufsverband für Psychotherapie im Zuge der Kassenzusammenlegung einzusetzen. Ziel ist es, eine bundesweit einheitliche, flächendeckende, psychotherapeutische Versorgung im Sinne der Antragsbegründung zu etablieren, die eine adäquate Betreuung und Begleitung der betroffenen PatientInnen sicherstellen kann“, so Silvia Moser.

In Niederösterreich gibt es rund 1400 PsychotherapeutInnen, davon haben nur ca. 260 einen Kassenvertrag. Das bedeutet eine Wartezeit von bis zu sechs Monaten und praktisch keine freie TherapeutInnenwahl. Zudem gibt es keine Regeln zur Qualitätssicherung. Es ist daher dringend notwendig, die kassenfinanzierte Psychotherapie neu aufzustellen. Wichtig dabei: eine einheitliche Regelung für alle PatientInnen und TherapeutInnen, ein vereinfachter Zugang zu Psychotherapie, freie TherapeutInnenwahl, ausreichendes Angebot, Verringerung der Wartezeiten und Standards zur Qualitätssicherung. Das impliziert eine Vereinheitlichung sämtlicher Verträge.

Maria Werni, Vorsitzende des NÖ Landesverbands für Psychotherapie (NÖLP) zeigt sich sehr erfreut über den Antrag der Grünen in der Landtagssitzung. Ein Gesamtvertrag für alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist eine jahrelange Forderung der Berufsvertretung. „Leider wurde dem Antrag die notwendige Unterstützung im Landtag untersagt. Dabei wäre im Zusammenhang mit der Kassenzusammenlegung jetzt die beste Gelegenheit, auf Bundesebene darüber zu verhandeln“, meint Maria Werni. Die ÖVP verhindert mit ihrer Ablehnung auf Kosten der PatientInnen eine bundesweit einheitliche, flächendeckende, psychotherapeutische Versorgung und damit eine adäquate Betreuung und Begleitung der betroffenen PatientInnen“, zeigt sich Silvia Moser vom Abstimmungsverhalten der ÖVP enttäuscht.

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