Hetzgasse 8: Negatives Urteil für Neubau

Wien (OTS) - Nach 16 Monaten erging jetzt ein Urteil des Wiener Landesverwaltungsgerichts. Das Gericht untersagt den Abbruch der Hetzgasse 8, lässt aber eine ordentliche Revision zu. Ob der Abbruch trotz nachträglicher Schutzzone erlaubt war oder nicht, wurde vom Gericht nicht entschieden. Diese Frage muss nun der  Verwaltungsgerichtshof klären.

„Mit Bedauern nehmen wir die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts zur Kenntnis. Nachdem die eigentliche Rechtsfrage aber gar nicht beantwortet wurde, nutzen wir die Möglichkeit der ordentlichen Revision und legen Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht ein“, sagt der Projektverantwortliche Clemens Bauer.

Im Urteil des Landesverwaltungsgerichts wurde u.a. auf 47 Seiten ausgeführt, warum der bereits durchgeführte Teilabbruch des Eigentümers gar kein Abbruch war. Einer Anzeige wegen Missachtung der Bausperre wurde vom Gericht Recht gegeben. Hier ging es um den Vorwurf, dass trotz Schutzzone und Baustopp weitere Arbeiten stattfanden. Ein Vorwurf, der allerdings nicht den Tatsachen entspricht.

Streitpunkt Aussteifungsarbeiten

„Nach den ordnungsgemäßen Abbrucharbeiten von Jänner bis März 2016 hätte eigentlich Ende März mit dem maschinellen Totalabbruch begonnen werden sollen. Aussteifungsarbeiten wurden trotz Bausperre noch gemacht, weil sie vom Statiker verordnet wurden und schlicht nötig waren. Wir haben diese Arbeiten auch im Vorfeld an die zuständige Baubehörde kommuniziert. Von einer Missachtung der Bausperre kann also keine Rede sein. Es ist schon sehr bedauerlich, wenn Tatsachen von einem Gericht ignoriert werden und die eigentliche Rechtsfrage offenbleibt“, so Bauer. Kritisiert wurde vom Gericht, dass es während der Bausperre im zweiten und dritten Stock der Hetzgasse 8 zu einer Staubbildung kam. Ein logischer Umstand, wenn im vierten Stock des Hauses die vorab an die Behörde kommunizierten Aussteifungsarbeiten stattfinden.

Streitpunkt: Abbruch trotz Schutzzone

Ursprünglich gehörte die Hetzgasse 8 der Stadt Wien. Die Stadt ließ den Gemeindebau verfallen und verkaufte das asbestverseuchte Haus 2001 an eine Privatstiftung. Später ging das Haus an den Bauträger Soulier Management über. Das Haus wird seit 2014 von der MA 37 als Abbruch- und Neubauprojekt geführt. Auch der Bezirk und die MA 64 gaben dem Neubau recht. Ende Jänner 2016 begann der ordnungsgemäße Abbruch.

Dann trat plötzlich eine Schutzzone in Kraft, obwohl gegenüber der Hetzgasse bereits zahlreiche Neubauten entlang der Bahn errichtet wurden.

Die Soulier Management betreibt in Wien etliche Altbausanierungen und entwickeln gerade diese Immobilien sehr behutsam weiter. Aber nicht jedes alte Haus ist erhaltenswert und besitzt Denkmalcharakter. Die Gesimse der Hetzgasse 8 sind etwa nicht aus Stein, sondern aus Holz mit Putz. Eine Sanierung der klassischen Mietzinskaserne macht bautechnisch und wirtschaftlich aufgrund der schlechten Bausubstanz und dem durchfeuchteten Keller  keinen Sinn.

Das Haus steht seit zwei Jahren leer, mit allen Mietern der Hetzgasse 8 wurde Einvernehmen über deren Auszug erzielt. Die Eigentümer hoffen jetzt auf eine erfolgreiche Berufung beim Verwaltungsgerichtshof.

Vorgehen der Stadt Wien schreckt Investoren ab

Was wäre durch den Neubau umgesetzt worden? Aus 23 schlecht gedämmten Substandardwohnungen in einem asbestverseuchten Haus wäre ein Niedrigenergiehaus mit 56 Mietwohnungen mit Kinderspielplatz und begrünter Außenfassade geworden. Kurzum: ein freifinanziertes Vorzeigeprojekt, das von den Wiener Grünen durch das Wahlkampfversprechen Schutzzone verhindert wurde. „Wenn die Stadt Wien die Wohnungsknappheit weiter verschärfen will, indem man private Investoren vertreibt, ist man am besten Weg dorthin“, sagt der Projektverantwortliche Clemens Bauer. „Die Stillstandskosten steigen täglich. Nach abgeschlossener Planung und Projektkosten in der Höhe von 1,5 Millionen stehen wir immer noch am Beginn einer ungeklärten Rechtsfrage, während in Wien jährlich rund 10.000 Wohnungen fehlen“, ergänzt die Eigentümerin Ingrid Soulier.

Rückfragen & Kontakt:

Soulier Management GmbH
Wollzeile 16, A-1010 Wien
Tel.: 01/236 00 01



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