„Im Land der Dürre“: „Am Schauplatz“-Reportage über das hausgemachte Wasserproblem in Österreich

Zum MUTTER ERDE-Klimaschwerpunkt am 17. September um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Mit Wasser verhält es sich so wie mit Geld. Reichtum ist ungleichmäßig verteilt. Dies ist nicht nur ein globales, sondern auch ein heimisches Phänomen. Der Osten Österreichs leidet seit den 2000er Jahren unter deutlichen Niederschlagsdefiziten, ein Effekt des rasanten Klimawandels. Dass manchen Regionen sprichwörtlich die „Verwüstung“ droht, ist aber auch Fehlern der Vergangenheit geschuldet. Zum MUTTER ERDE-Klimaschwerpunkt (Details unter presse.ORF.at) zeigt ORF 2 am Donnerstag, dem 17. September 2020, um 21.05 Uhr die „Am Schauplatz“-Reportage „Im Land der Dürre – Das hausgemachte Wasserproblem in Österreich“, eine Reportage über den Osten Österreichs und seine drohende Verwüstung. Alfred Schwarzenberger reiste dafür von der Südoststeiermark über das Burgenland und das Marchfeld ins Waldviertel, um zu zeigen, mit welcher Vehemenz versucht wird, die Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen.

„Der Kampf ums Wasser hat längst begonnen, nicht nur im Nahen Osten, sondern auch bei uns“, sagt Johannes Ehrenfeldner, Direktor des Nationalparks Neusiedler See. Die Lange Lacke ist das vierte Jahr hintereinander ausgetrocknet. Vom Vogelparadies ist nichts mehr zu bemerken. Dies ist nicht nur dem Klimawandel, geringeren Niederschlägen und gleichzeitig gestiegenen Temperaturen zuzuschreiben, sondern auch dem mutwilligen Eingriff der Menschen in den Wasserhaushalt. Hunderte Kilometer von Kanälen durchziehen den Seewinkel, sie leiten Regen- und Grundwasser in die Donau ab. Dadurch werden Äcker und Siedlungsflächen geschützt, gleichzeitig zerstört diese Politik das Naturparadies. Um es wiederum zu schützen, plant das Land Burgenland, Wasser in den Grundwasserkörper des Seewinkels zu pumpen. Aus genau jenem Donau-Altarm, in den das „natürliche“ Wasser der Langen Lacke geleitet wird.

Ähnliche Beispiele finden sich etwa in der Südoststeiermark oder im Waldviertel in Niederösterreich. Die Begradigung der Mur und viele Stauwerke flussaufwärts haben dazu geführt, dass sich die Mur immer tiefer eingräbt. Damit sinkt der Grundwasserpegel. „Hätte man die Mur vor 15 Jahren nicht wieder aufgeweitet, wäre heute kaum mehr Landwirtschaft bei uns möglich“, sagt Ewald Fröhlich, Landwirt aus Halbenrain bei Bad Radkersburg. Denn die Landwirtschaft steht im Konflikt mit der Trinkwasserversorgung. Nur bis zu einem gewissen Pegel darf Wasser für Ackerkulturen entnommen werden. Das Waldviertel etwa wurde in der Nachkriegszeit weiträumig drainiert, um Ackerfläche zu gewinnen. Ungenützt wird das kostbare Nass aus der Region geleitet. Dies hat auch negative Auswirkungen auf das regionale Wetter: „Regen kommt nicht nur von der Adria oder aus Richtung Atlantik, er entsteht auch regional. Wasser, das vor Ort verdunstet, fällt auch vor Ort wieder vom Himmel“, sagt ZAMG-Klimaforscher Klaus Haslinger. In einer trockenen Periode, wie sie nun seit fünf Jahren vorherrscht, sind die Auswirkungen dieses Effekts hochproblematisch.

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