Kinderfreunde zu Zeugnistag: Ein besonderes Schuljahr geht zu Ende

Bildungssystem muss sich jetzt auf verstärkte Herausforderungen im Herbst einstellen

Wien (OTS) Heute beginnen für 580.000 Pflicht-Schüler*innen und deren Lehrer*innen die wohlverdienten Ferien. Mit viel Herzblut aber auch viel Frust wird diese Phase der Klassenteilung noch durchgewurstelt, manche Eltern wissen noch nicht, wie sie Ihre Kinder neben dem Job in den Ferien durchgehend betreuen sollen.

Aus der Sicht der Kinderfreunde stellt sich die Lage der Kinder folgendermaßen dar:

Viele Kinder konnten die Homeschooling–Phase und die halbierten Schultage gut überstehen, weil sie die entsprechende Unterstützung zu Hause und ein stabiles soziales und ökonomisches Umfeld haben. Auch für ihre Eltern war diese zwar teilweise eine hohe Belastung, die Verluste an Wissen und Kenntnissen der Kinder werden sich hier jedoch in Grenzen halten und aufholbar sein. Auch den Lehrer*innen ist für Ihre Flexibilität zu danken.

Viele Kinder haben diese Unterstützung allerdings nicht und haben dadurch erheblich an Wissen und Kenntnissen eingebüßt, wie exemplarische Untersuchungen zeigen. Hier helfen zwar die schon angebotenen Maßnahmen wie die Summerschool des Bildungsministeriums und verschiedenste Maßnahmen in den Ländern ein wenig, sie reichen aber keineswegs aus und sie erreichen keineswegs alle Kinder, wie auch die Anmeldezahlen zeigen. Oft konnte das Angebot und seine Bedeutung in der kurzen Zeit nicht mehr an die Eltern vermittelt werden.

Um ein weiteres Auseinanderdriften von gut geförderten und bildungsbenachteiligten Kindern zu verhindern fordern die Kinderfreunde ein Maßnahmen-Paket nach den Ferien, für den Herbst 2020, das vor allem jenen Kindern zugute kommt, die erheblich an Kenntnissen und Wissen verloren haben und von den Sommerangeboten nicht profitieren konnten. Hier wird es auch mehr Personal für Förderkurse in Kleingruppe und zur Unterrichtsunterstützung in den Klassen brauchen.

Es braucht zudem so schnell wie möglich den „Chancenindex“, also die gerechte Mittelverteilung zugunsten jener, die sie dringender brauchen. Außerdem braucht es weiter den Ausbau der kostenlosen Ganztagsschulen und mehr integrative Modelle bei der Sprachförderung sowie die Förderung von Modellen der Mehrsprachigkeit vor allem im Kindergarten.

Auch wenn unter allen Umständen Schul- und Kindergartenbetrieb zum Wohl der Kinder wieder normalisiert werden müssen, fordern die Kinderfreunde ein einheitliches Konzept für distance learning und homeschooling bzw. die unter Sonja Hammerschmid entwickelte Digitalisierungsoffensive . Bisher war es weitgehend den Lehrkräften überlassen, ob und wie digitale Medien eingesetzt werden und in welchem Rhythmus und Intensität sie ihre Schüler*innen betreuen. Viele Eltern und Kinder haben das sehr unbefriedigend erlebt. Hier ist Reflexion und Verbesserung auch von Seiten des Bildungsministeriums und der Bildungsdirektion nötig.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Kinderfreunde
Daniel Bohmann
Bundesgeschäftsführer
01/5121298, 0699/19529488
daniel.bohmann@kinderfreunde.at



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