Kinderliga: Kinderministerium statt Hin- und Hergeschiebe der Familien- und Jugendagenden | Österreichische Liga für Kinder

Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit fordert Kinderministerium und flächendeckende, kostenfreie und niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien

Wien (OTS) Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) sieht in der Verschiebung der Familien- und Jugendagenden von einem Ministerium zum anderen den geringen Stellenwert, den Kinder und Jugendliche für die österreichische Regierung haben, bestätigt. „Das Hin- und Hergeschiebe der politischen Zuständigkeiten für Kinder und Jugendliche ist das falsche Signal an eine Gruppe, die 25 % der Bevölkerung ausmacht“, sagt Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Kinderliga. In diesem Zusammenhang fordert die Kinderliga einmal mehr die Etablierung eines eigenen Kinderministeriums. „Gerade jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, ein Kinderministerium einzurichten, in dem alle entsprechenden Agenden einer ganzen Generation, die die Zukunft unseres Landes ausmacht, gebündelt sind“, so Hackspiel. Aufgabe des Kinderministeriums müsste sein, in allen politischen Belangen die Kinderverträglichkeit, die Chancengerechtigkeit und damit auch ressortbergreifend die ökosoziale Nachhaltigkeit von Entscheidungen mitzugestalten.

Appell an die neue Familien- und Jugendministerin: „Kein Kind zurücklassen“

Die ExpertInnen der Kinderliga appellieren an die künftig zuständige Ministerin Susanne Raab, bei allen politischen Entscheidungen das Wohl von Kindern und Jugendlichen gerade in der derzeitigen Pandemie-Krise im Fokus zu haben. Hackspiel dazu: „Kein Kind zurücklassen“ bedeutet nicht nur, Kinder vor individuellem Leid zu schützen, das durch Chancenungleichheit verursacht wird, sondern verhindert längerfristig auch volkswirtschaftliche Milliarden­verluste für unsere Gesellschaft und sichert den sozialen Frieden.“

Unterstützungsangebote, die „Parental Burnout“ entgegenwirken, dringend notwendig

Familien sind durch die COVID Pandemie besonders gefordert und belastet. Hier braucht es dringend konkrete Unterstützungsangebote für Eltern“, sagt Psychologin Culen und nennt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Parental Burnout“, ein Phänomen, das vermehrt zu beobachten ist. Unter einen Hut bringen von Homeoffice, Distance Learning, Social Distancing – das alles womöglich auf engem Raum – bringt Eltern, aber auch Kinder und Jugendliche, an ihre Grenzen. Seit Ausbruch der COVID Pandemie ist ein deutlicher Anstieg psychischer Belastung bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen, zu beobachten. „Familien tragen die Hauptlast der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wir erwarten von der neuen Familien- und Jugendministerin, dass sie sich für Planungssicherheit und Perspektiven stark macht und dringend notwendige Unterstützungsangebote v.a. für sozial schwache Familien im Austausch mit den Zielgruppen und dem Fachpersonen ausarbeitet“, lautet Hackspiels Appell.

Größere Budgets und bessere Rahmenbedingungen für Maßnahmen zur Chancengerechtigkeit

Die ExpertInnen der Kinderliga fordern deutlich erhöhte Investitionen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, anstatt die Schere der Chancenungerechtigkeit – verstärkt durch die Auswirkungen der COVID Pandemie – weiter auseinander gehen zu lassen. „Jeder in Maßnahmen zur Stärkung von Kindern und Familien investierte Euro rechnet sich sowohl individuell als auch volkswirtschaftlich“, erklärt Dr.in Caroline Culen, Geschäftsführerin der Kinderliga. Daher fordern die ExpertInnen größere Budgets und bessere Rahmen­bedingungen, um Familien und soziale Netzwerke zu stärken, um Kinderarmut zu verhindern und Bildungseinrichtungen zu stützen, um Berufsgruppen im Kinder- und Jugendbereich aufzuwerten und um Partizipation für Kinder und Jugendliche deutlich auszubauen.

Kinderliga fordert flächendeckende, kostenfreie und niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien

Die Unterstützung und Stärkung der Familien sowie die Förderung von Talenten und Ressourcen der Kinder sind die wichtigste Basis für mehr Chancengerechtigkeit und für das gesunde Aufwachsen von Kindern in Österreich. Konkret fordert die Kinderliga u.a. den Ausbau von erfolgreichen Projekten wie den Frühen Hilfen, niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien im kommunalen Bereich, flächendeckend kostenfreie psychosoziale Angebote und den Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe. Gesunde, starke Kinder werden ihrerseits wertvolle Beiträge für die wirtschaftliche Tragfähigkeit Österreichs und für das immer wichtiger werdende solidarische Miteinander leisten, sind sich die ExpertInnen der Kinderliga einig.

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