Neues Volksblatt: „Breite Debatte“ von Markus EBERT

Ausgabe vom 6. November 2017

Linz (OTS) - In Bezug auf die Vorwürfe hinsichtlich sexueller Belästigung gilt für Peter Pilz die Unschuldsvermutung. Aber die nun entstehende Gemengelage aus Gerüchten und Andeutungen über Verhaltensauffälligkeiten des sogenannten Polit-Aufdeckers lässt vermuten, dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist.
Politisch sieht die Sache klarer aus: Nach dem Team Stronach sitzt nun erneut eine Gruppierung im Parlament, die als One-Man-Show konzipiert war, aber den Frontmann verloren hat. Wenn sich die Pilz-Mitstreiter selbst Mut machen — „Es geht mit voller Kraft voraus“ —, trägt das den Keim des Lächerlichen in sich. Ein Konglomerat ohne Programm — jeder Kandidat sei sein Programm, wurde im Wahlkampf betont — kann nicht re-
üssieren: Politische Renegaten sind nun einmal sich selbst die nächsten, sonst wären sie keine Fahnenflüchtlinge. Man darf gespannt sein, in welche Winde es die Mandatsträger der pilzlosen Liste über kurz oder lang zerstreut. Und: Interessant wäre zu erfahren, ob die 67.000 Wähler, die Pilz von den Grünen zu seiner neuen Gruppierung gefolgt sind, nun das kalte Grausen packt.
Fakt ist jedenfalls: Mit der Causa Pilz ist das Thema der sexuellen Bedrängung endgültig in der heimischen Politik angekommen. Abseits schlagzeilenträchtiger Anwürfe ist eine breite gesellschaftspolitische Debatte samt Bewusstseinsbildung offenbar dringend notwendig.

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