Neues Volksblatt: „Wie viel Pilz?“ (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 7. November 2017

Linz (OTS) - Unabhängig davon, was es mit den gegen Peter Pilz erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus strafrechtlicher Sicht tatsächlich auf sich hat — eine durchaus wünschenswerte Klärung ist offenbar aus verschiedenen Gründen nicht möglich —, verschafft die Angelegenheit einen erstaunlichen Einblick in das Innenleben der Grünen. Man sagt dem Partei-Flüchtling — mittlerweile nicht einmal mehr bloß hinter vorgehaltener Hand — Charaktereigenschaften nach, die Beobachter erstaunt mit einer Frage zurücklassen: Warum in aller Welt hat sich die Öko-Partei von ihrem Enfant terrible so lange auf der Nase herumtanzen lassen? Selbst als Pilz bei der Kandidaten-Kür für die Nationalratswahl durchgefallen war, hatte man seitens der Parteiführung noch wohlwollende Worte für den Exzentriker gefunden. „Ich hätte ihn gerne im nächsten Nationalratsklub gehabt“, meinte etwa Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Umso erstaunlicher klingt es, wenn vier Monate später Ex-Parteichefin Eva Glawischnig auf die Frage, ob sie Pilz die zur Last gelegten Vorwürfe zugetraut hätte, meint: „Gewundert hat es mich nicht.“ Man kann beruhigt darauf wetten, dass hier noch lange nicht die ganze Schmutzwäsche auf der medialen Leine hängt. Und genau das wird auch das Problem der Liste Pilz sein: Sie wird kaum an ihren parlamentarischen Aktivitäten gemessen werden, sondern vielmehr daran, wie viel Pilz auch ohne den Parteigründer in ihr steckt.

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