Oö. Volksblatt: “Luft nach oben” (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 09. April 2019

Linz (OTS) Wann immer Österreich gegen Atomkraft(werke) auftritt — aktuell etwa gegen die Inbetriebnahme des slowakischen AKW Mochovce —, kann es das mit großer Glaubwürdigkeit tun. Wobei man eines nie vergessen darf: Das Nein zum betriebsfertigen AKW Zwentendorf war ein hauchdünnes. Aus dem Nein zur Atomkraft resultiert freilich auch eine Verpflichtung — nämlich jene zum sorgsamen Umgang mit Energie. Auch wenn der Strom aus der Steckdose kommt, wie es so schön heißt, muss er doch auch produziert werden, um überhaupt dort herauskommen zu können. Nachdem die fossilen Energiereserven ein Ablaufdatum haben, ist es das unbestrittene Gebot der Stunde, erneuerbare Energien bestmöglich zu nutzen. Wenn Oberösterreich bis zum Jahr 2030 den Anteil der „Erneuerbaren“ am Gesamtenergieverbrauch von derzeit rund 30 Prozent auf 97 Prozent mehr als verdreifachen will, ist das eine starke Ansage. Auf dem Weg dorthin wird man sich allzuviele Polit-Geplänkel — wie aktuell von der SPÖ um das Ökostromgesetz angezettelt — nicht erlauben können. Und eines muss allen auch bewusst sein: Die wertvollste Energie ist jene, die gar nicht verbraucht wird. Beim sorgsamen Umgang mit der Ressource Energie gibt es noch jede Menge Luft nach oben.

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