ORF sehr enttäuscht über Positionspapier der Privatsender

Wien (OTS) - Zum in der APA zitierten Positionspapier des VÖP stellt der ORF fest:

Leider hat es der VÖP zur Medienenquete nicht geschafft, wesentliche neue Vorschläge im Sinne der Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der österreichischen Medienlandschaft zu formulieren. Bedauerlicherweise werden ausschließlich jahrzehntealte Forderungen der kommerziellen Privatsender, zum Teil in modisch klingende Anti-Google-Rhetorik verpackt, aufgewärmt. Offensichtlich fehlte den Österreich-Repräsentanten deutscher und internationaler Medienkonzerne, die im VÖP dominieren, der Mut, auch nur in einem Punkt die kommerziellen Interessen ihrer Konzerne und Finanzinvestoren in Frage zu stellen. So eint die konkreten Vorschläge der Wunsch, die beliebtesten Sender der Österreicher und Österreicherinnen von ihrem Publikum zu trennen und zu marginalisieren, den ORF unter Budgetkontrolle der Regierung zu stellen und von Beitragszahlerinnen und -zahlern finanzierte Programme an internationale Konzerne zu verschenken.

Im Gegensatz dazu wird der ORF zur Enquete weitreichende Vorschläge zur gemeinsamen Zukunftssicherung präsentieren, die tatsächlich auf die Absicherung österreichischer Content-Produktion abzielen und nicht auf die Zerstörung wichtiger Marktteilnehmer.

Zu den in der APA zitierten Punkten im Einzelnen:

-) Die vom VÖP geforderten Programmiervorschriften sind programm- und publikumsfremd und würden eine Fortführung der ORF-Senderfamilien in Fernsehen und Radio verunmöglichen. Der Programmauftrag des ORF ist sehr präzise formuliert. Der ORF sendet ein vielfältiges Gesamtprogramm aus Information, Kultur, Unterhaltung und Sport wie gesetzlich vorgegeben. Dies wird in einem europaweit beispielgebenden Qualitätssicherungssystem jährlich überprüft.

-) Die Verbannung eines ORF-Radios hinter die DAB-Schranke hätte zur Folge, dass das Publikum eines seiner beliebtesten Radios, sei es nun Ö1, Ö3 oder FM4, verlieren würde, da es in österreichischen Radiohaushalten nahezu keine DAB-Empfangsgeräte gibt. DAB+ ist ein überholter Übertragungsstandard.

-) Eine Abschaffung des ORF-Programmentgelts und eine Finanzierung aus dem Bundesbudget würde die Unabhängigkeit des ORF untergraben. Die staatsferne Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist in Westeuropa vorherrschend. Eine Budgetfinanzierung ist außerdem zumeist mit einer Reduktion der Mittel für den öffentlich-rechtlichen verbunden, wie aktuell das Beispiel des Dänischen Rundfunks zeigt.

-) Eine Reduktion der Werbemittel des ORF würde nicht nur den ORF sondern den heimischen Werbemarkt insgesamt schwächen. Dieser wird schon heute von internationalen Medienkonzernen dominiert. Allein durch die deutschen TV-Werbefenster fließen jährlich mehr als 600 Millionen Euro brutto aus dem österreichischen Markt ohne heimische Wertschöpfung ab.

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