„Orientierung“: Schmelztiegel Sarajevo – Jugend erprobt „Miteinander der Religionen“

Am 11. März um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 11. März 2018, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Österreichs Bischöfe in Bosnien: Zwischen Hoffnung und Resignation

Bosnien und Herzegowina steht „zwischen Hoffnung und Resignation“, so der Eindruck von Kardinal Christoph Schönborn bei seinem Besuch in Sarajevo. Erstmals in der Geschichte hielten die katholischen Bischöfe Österreichs und die katholischen Bischöfe von Bosnien und Herzegowina eine gemeinsame Bischofskonferenz ab. Nicht nur an den immer noch sichtbaren Einschusslöchern an vielen Hauswänden ist der vor mehr als 20 Jahren beendete Bosnienkrieg weiter präsent. Auch in der Bevölkerung hat der Krieg tiefe Spuren hinterlassen. Von den mehr als 800.000 katholischen Gläubigen – vor allem der kroatischen Volksgruppe zugehörig –, die noch 1991 in Bosnien-Herzegowina lebten, sind infolge von Flucht und Vertreibung sowie einer weiter anhaltenden massiven Abwanderung weniger als die Hälfte übriggeblieben. Das einstmals vorbildlich friedliche Miteinander der Religionen, vor allem in Sarajevo, muss Stück für Stück zurückgewonnen werden. Bei Treffen der Bischöfe mit Vertretern von Muslimen, orthodoxen Christen und Juden sowie staatlichen Stellen wurde jedenfalls der Wunsch nach einem friedlichen Miteinander von allen Seiten bekräftigt. Bericht: Marcus Marschalek.

Schmelztiegel Sarajevo: Jugend erprobt „Miteinander der Religionen“

Als Heimat unterschiedlicher Volksgruppen und Religionen gilt Bosnien und Herzegowina schon seit Jahrhunderten: Die Bevölkerungsmehrheit bilden muslimische Bosniaken, rund 30 Prozent stellen christlich-orthodoxe Serben und weniger als 15 Prozent römisch-katholische Kroaten. Konflikte der Bevölkerungsgruppen spiegeln sich auch im religiösen Neben- und Miteinander. Vor allem dieses Miteinander zu verbessern ist ein wichtiges Anliegen von religiösen Gruppen, zum Beispiel der Betreiber und Mitarbeiter der katholischen „Schulen für Europa“. Diese stehen sehr bewusst auch Muslimen, Juden und orthodoxen Christen offen. In der Gruppe „Youth for Peace“ kommen junge Bosnierinnen und Bosnier aller Religionen zusammen, um ein friedliches Miteinander zu propagieren, und das katholisch-orthodox-jüdisch-muslimische Miteinander soll auch in einem Jugendzentrum etwas außerhalb der Altstadt von Sarajevo eingeübt werden. Bericht: Marcus Marschalek.

Zehn Jahre Kosovo: Auf der Suche nach Identität

Sein zehnjähriges Bestehen feiert in diesen Wochen der Staat Kosovo, dessen Unabhängigkeit von mehr als 110 UN-Mitgliedsstaaten – darunter auch von einem Großteil der EU-Staaten – anerkannt wird. Doch die Geschichte der umstrittenen Staatsbildung ist blutig und in knappen Worten nicht zu erzählen. Faktum ist: 1999 griff das westliche Militärbündnis NATO, ohne UN-Mandat, in einen lange währenden gewaltsamen Konflikt ein und die Bundesrepublik Jugoslawien an. Nach einem zweieinhalb Monate langen Krieg, enormer Zerstörung – u. a. zahlreicher orthodoxer Kirchen – und Tausenden von zivilen Opfern in Serbien und in der serbischen Provinz Kosovo und Metochien kapitulierte die jugoslawische Armee. Am 17. Februar 2008 erklärte sich die Provinz – zu mehr als 90 Prozent von Kosovoalbanern bewohnt – zur von Serbien unabhängigen Republik Kosovo. Anschließend wurde die Republik Kosovo von den meisten EU-Ländern – so auch von Österreich – anerkannt und unterstützt. Die wichtigste Stütze dabei ist eine Militäreinheit der USA und der EU, genannt „Kosovo Force“, kurz KFOR. Seit 1999 hat diese Einheit den Auftrag, die Region Kosovo zu befrieden, den Frieden zu erhalten, die Rückkehr von Flüchtlingen zu ermöglichen und eine politisch-wirtschaftliche Stabilisierung des Landes zu ermöglichen. Aktuell wird die Kosovo-Truppe (KFOR) mit etwa 4.500 Soldaten von 28 Ländern gestellt. Mit dabei ist auch Österreich – vertreten durch rund 440 Soldatinnen und Soldaten. Sowohl die Kosovoalbaner als auch die Kosovoserben fühlen sich von den KFOR-Soldaten und -Soldatinnen beschützt. Bericht: Zoran Dobric.

Navid Kermani: Intellektueller Mahner „entlang den Gräben“

Er gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller der Gegenwart und ist einer der bekanntesten Muslime Deutschlands: Navid Kermani. Der Orientalist lebt in Köln. Für sein jüngstes Buch „Entlang den Gräben“ (Verlag C. H. Beck) ist er von seiner deutschen Heimat zu den Wurzeln seiner Eltern gereist, nach Isfahan im Iran. In seinem Reisetagebuch berichtet er von vergessenen Regionen und von Trümmern zerstörter Kulturen. Im Zuge seiner Reise hat Kermani auch das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz besucht. Im Interview mit der „Orientierung“ spricht er über die Bedeutung von Orten der Erinnerung, über Nationalismus und Religion. Kermani ist ein vielfach ausgezeichneter Autor, im Jahr 2015 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, im selben Jahr war auch sein Buch „Ungläubiges Staunen“ erschienen, in dem er sich mit dem Christentum beschäftigt. Bericht: Sandra Szabo, Mitarbeit: Imogena Doderer.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.

Eigenes Pressefach für Ihre Pressemeldungen - Pressefach.eu

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen