Seidler zu finanziellem Mehrbedarf: „Bisher keine Zweifel an Notwendigkeit“

uniko weist vor Budgetstichtag auf Chancen und Risken der Berufungspolitik hin

Wien (OTS) Spätestens am 31. Oktober 2020 muss laut Universitätsgesetz das Budget für die Leistungsvereinbarungsperiode 2022 bis 2024 fixiert sein. Die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko) Sabine Seidler nahm bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, heute, Dienstag, den Countdown zum Budgetstichtag zum Anlass, um schon jetzt die politisch Verantwortlichen darauf hinzuweisen: Nur weil Corona die Agenda dominiere, dürfe das Kernthema für die Universitäten, die mittelfristige Finanzierung, nicht aus dem Blickfeld geraten. Die uniko habe wiederholt den Mehrbedarf für die nächste Budgetperiode, nämlich 2,1 Milliarden Euro, öffentlich deponiert. Aus dem bisher fehlenden Widerhall der zuständigen Ministerien ziehe sie den Schluss, „dass die Notwendigkeit nicht angezweifelt wird“, erklärte die Präsidentin.

Die Corona-Krise habe eindrücklich die Relevanz von Wissenschaft und Forschung gezeigt, so die uniko-Präsidentin, und den eingeschlagenen Pfad der Universitätsfinanzierung NEU bestätigt: Ob ein Wachstumsbudget in Zeiten der Pandemie realistisch sei, müsse allerdings die Bundesregierung beantworten. Die Universitäten könnten nur auf ihren Bedarf aufmerksam machen. Seidler verwies in diesem Zusammenhang auf die Chancen und Risken, die sich bei einem nicht gesicherten Universitätsbudget für die Berufungspolitik der einzelnen Häuser ergeben. So habe eine Reihe von Rektoraten im Vertrauen auf die Fortsetzung der ersten Etappe der Universitätsfinanzierung NEU, sprich der laufenden Periode 2019 bis 2021, verbunden mit 360 zusätzlichen Professuren, diese ausgeschrieben und teilweise schon in den Lehr- und Forschungsbetrieb integriert. Es wäre ein „Schildbürgerstreich“, so Seidler, würde bis Ende 2020 Personal aufgebaut und – als Folge allfälliger Budgetreduktion – mit Jahresbeginn 2021 wieder abgebaut.

Seitens der Universität Wien stellte Rektor Heinz Engl fest, dass die qualitative und quantitative Investition geglückt sei: „Die Universitätsfinanzierung NEU brachte die größte Expansion der Universität Wien seit ihrem Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.“ Mit mehr als 70 neuen Professuren, größtenteils internationalen Berufungen „nicht nach dem Gießkannenprinzip“, sondern in strategische Zukunftsfelder, wie Data Science, Molekular- und Mikrobiologie oder Klimaforschung, aber auch deren Verbindung in Geistes- und Sozialwissenschaften, schaffe die Universität vielfältige Impulse und wirke so in die Gesellschaft. Es gelte, die Expansion zu stabilisieren, denn: „Wenn wir jetzt wieder einen Schritt zurückgehen, ist auf Jahre hinaus unsere Reputation geschädigt“, fügte Engl hinzu.

Andreas Stohl, seit Februar 2020 Professor für Allgemeine Meteorologie an der Universität Wien, ist einer jener zahlreichen Professoren, die durch die Universitätsfinanzierung NEU an die Universität Wien gekommen ist. Ausschlaggebend für seine Wahl war – nach 23 Jahren im Ausland mit Stationen in den USA, in Deutschland, und zuletzt in Norwegen – ein international konkurrenzfähiges Angebot. Stohl machte bei der Pressekonferenz darauf aufmerksam, dass er jetzt die Chance habe, Wien zu einem Zentrum der Atmosphärenforschung auszubauen, ein höchst relevanter Aspekt angesichts der Klimakrise. „Das gelingt allerdings nur dann, wenn in Ergänzung zum Unibudget die Projektförderung für Grundlagenforschung – und damit das Budget des Wissenschaftsfonds – so dotiert ist, dass sie der veränderten Forschungslandschaft mit den zahlreichen neuen Professorinnen und Professoren gerecht wird.“

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