Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 28. Dezember 2020. Von ALOIS VAHRNER. “Impfung und das Licht am Tunnel-Ende”.

Innsbruck (OTS) Gestern wurden in den EU-Staaten die ersten Corona-Impfungen verabreicht – von vielen sehnlichst erwartet, von anderen skeptisch gesehen. Klar ist aber: Ohne breite Impf-Beteiligung werden wir den Corona-Schrecken nicht los.

Seit fast zehn Monaten steht auch ganz Europa im Bann der aus China gekommenen Corona-Pandemie mit all ihren drastischen Folgen. Weltweit gab es bislang über 80 Mio. Covid-Fälle und 1,76 Mio. Todesopfer, in Österreich waren es 352.000 Fälle und fast 5900 Menschen, die mit oder am Virus gestorben sind. Wir alle schwanken zwischen Lockdowns, einem Wechsel an Beschränkungen und Lockerungen, staatlichen Riesen-Hilfspaketen und einer auf Dauer unerträglichen Einschränkung vieler Freiheiten.
Österreich hatte die erste Corona-Welle dank großer Solidarität gut gemeistert, bei der zweiten kamen die von der Politik verhängten Einschnitte wohl zu spät und zunächst zu zaghaft, die Krankenhäuser waren bereits am obersten Anschlag. Und auch die Disziplin und der Zusammenhalt in der Gesellschaft haben seit dem Frühjahr nachgelassen, teils aus verständlicher Corona-Ermüdung, teils aber leider auch aus persönlichem Egoismus.
Jetzt ist Österreich seit dem Stephanitag im dritten harten Lockdown, gerade einmal drei Wochen nach Ende des zweiten. Ob dies in diesem Winter das letzte Niederfahren sein wird oder ob weitere folgen werden, vermag in diesen Tagen niemand seriös zu beantworten.
Mit Appellen und Lockdowns ist Corona nicht wegzubringen. Die Zahlen können, wenn die Bevölkerung mitmacht, gesenkt werden. Das gilt auch für die Massentests, deren Beteiligung im ersten Anlauf enttäuschend verlief. Dass aus Covid kein endloser Albtraum wird, kann letztlich nur eine möglichst flächendeckende Impfung verhindern. Die Wissenschaft hat in sensationell kurzer Zeit Herausragendes geleistet. Seit gestern gibt es die ersten Impfungen. Diese wird vielen Menschen Leid und Tod ersparen, sie bringt tatsächlich das erhoffte Licht am Ende des langen Corona-Tunnels.
Laut aktueller TT-Umfrage ist gerade auch in Tirol die Impf-Skepsis vieler Menschen trotzdem noch hoch. Hier wird es noch viel Aufklärungsarbeit bedürfen, dass hier offenbar befürchtete Nebenwirkungen in jedem Fall weit kleiner sind als bei einer jahrelangen Fortsetzung der Pandemie – von bis dahin ruinierter Wirtschaft, Arbeitsplätzen und Wohlstand ganz zu schweigen. Wer künftig sorgenfrei reisen, arbeiten, Verwandte oder Veranstaltungen besuchen will, wird ständige Tests, die aber stets nur Momentaufnahmen sein können, oder die Impfung benötigen. Diese Erkenntnis, dass es sonst wohl eine Art Zweiklassengesellschaft geben könnte, wird sich wohl bald durchsetzen – und die Impf-Bereitschaft kräftig steigern.

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