Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom14. April 2020. Von MARIO ZENHÄUSERN. “Führungsstärke in Krisenzeiten”.

Innsbruck (OTS) Politiker, die jetzt mit raschen und richtigen Entscheidungen sowie offener Kommunikation Vertrauen erzeugen, werden gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. Trump, Erdogan oder Johnson zählen nicht dazu.

Die Corona-Krise ist eine harte Prüfung. Für die Menschen, die unter der Pandemie leiden und denen die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung mehr und mehr zu schaffen machen. Für die Wirtschaft, die zum „Shutdown“ gezwungen wurde, was viele Unternehmen in den Ruin oder zumindest an dessen Rand treibt. Für die Staaten, die zur Vermeidung noch größerer Schäden gezwungen sind, Schulden in noch nie dagewesenem Ausmaß zu machen – Schulden, die wir alle irgendwann zurückzahlen müssen. Und natürlich für die Politiker, die all diese Maßnahmen beschließen müssen.
In Krisenzeiten zeigt sich, wer Führungsstärke besitzt. Neben sachlich richtigen und möglichst rasch getroffenen Entscheidungen geht es in erster Linie darum, Vertrauen zu schaffen, objektive und überprüfbare Informationen offen zu kommunizieren, den Menschen Orientierung zu geben, ihnen eine Perspektive zu bieten und den beschlossenen Weg konsequent weiterzugehen.
Diese Leadership ist, auch das zeigt die Corona-Krise, in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden. Die österreichische Bundesregierung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober an der Spitze hebt sich in dieser Hinsicht ebenso wohltuend ab wie in Deutschland Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie zeichnen sich ebenso wie Ministerpräsident Giuseppe Conte im Corona-Hotspot Italien durch entschlossenes Handeln aus. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen. Andere wie US-Präsident Donald Trump, Englands Premierminister Boris Johnson, Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro oder der türkische Machthaber Recep Tayyip Erdogan müssen sich hingegen mit schwer wiegenen Vorwürfen auseinandersetzen, die Gefahr ignoriert oder verharmlost zu haben, weshalb wertvolle Zeit verloren ging. Österreich hat den Kampf gegen das Virus früher aufgenommen und kann deshalb heute mit dem Versuch einer ersten vorsichtigen Lockerung der strengen Auflagen beginnen. Es kehrt ein Stück Normalität in unser Leben zurück. Darüber in allzu großen Jubel auszubrechen, ist allerdings verfrüht. Das heimtückische Virus ist noch nicht besiegt. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen der Corona-Krise. Die werden uns und die heimische Politik noch sehr lange beschäftigen.

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