„Wir werden nicht gehört!“ … sagt die Generation Z

Die Ergebnisse der Ö3-Umfrage zum Leben der 16–25-Jährigen nach einem Jahr Corona-Pandemie

Wien (OTS) Drei Viertel der 16- bis 25-Jährigen sagt: „Die Probleme der jungen Generation werden von der Politik nicht berücksichtigt und die Corona-Folgen müssen wir dann ausbaden!“ Mehr als die Hälfte leidet sehr unter den Kontaktbeschränkungen. Die größten Sorgen bereiten Umwelt, Geld und soziale Unruhen. Und nur die Hälfte denkt, dass das Bildungssystem allen die gleichen Chancen bietet. Aber: Zwei Drittel blicken trotz allem optimistisch in die Zukunft. Zum Glücklichsein brauchen sie Freundinnen und Freunde, Musik, Sport und Mitbestimmung mehr als Handy, Internet, Sex oder Auto. Fast alle haben jemanden zum Reden, wenn es ihnen schlecht geht. Fast zwei Drittel sagen ganz klar „Wir sind keine verlorene Generation!“ – also auch nicht die „Generation Corona“!
Und mehr als die Hälfte sieht Corona auch als Chance, es in Zukunft besser zu machen – aber das geht nur gemeinsam.

So denkt und fühlt die Generation Z nach einem Jahr Pandemie. Rund 35.000 Teilnehmer/innen haben seit 1. März auf der Ö3-Homepage Fragen aus allen Lebensbereichen beantwortet. Heute Dienstag, 23. März 2021, wurden im Rahmen der ORF-Präsentation die Ergebnisse veröffentlicht.

„Österreich, wir müssen reden!“ – Hitradio Ö3 als breite Diskussionsplattform

Was bedeutet Jungsein in Zeiten der Krise? Sieht die Generation Z sich selbst als „Generation Corona“? Hitradio Ö3 hat nach einem Jahr Pandemie Anfang März die Online-Umfrage gestartet: 50 Fragen in einem interaktiven Umfragetool auf der Ö3-Homepage waren die Grundlage für einen mehrwöchigen Programmschwerpunkt. Die Umfrage bietet Einblicke ins Selbstbild der jungen Generation und ihren Umgang mit der Erschütterung ihres Erwachsenwerdens durch das Ausnahmeereignis Corona. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Sozialforschungsinstitut SORA. Heute wurden die Ergebnisse der Umfrage präsentiert.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:
„Mit der jungen Generation sprechen und nicht nur über sie! Das ist das Ziel dieses multimedialen ORF-Projekts für die Generation Z. Als mediale Plattform für alle Österreicherinnen und Österreicher ist es uns sehr wichtig, vor allem auch den jungen Menschen als Sprachrohr zu dienen, ihre Meinungen, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen zu hören und zu verstehen, wie es ihnen nach einem Jahr Pandemie geht. Ö3 stellt mit seiner großen Publikumsnähe sicher, dass die Stimme der Jungen auch gehört wird. Damit zeigt der ORF einmal mehr, dass er der Rundfunk der Gesellschaft ist – und zwar der ganzen! Und es zeigt sich auch, dass vor allem das junge Publikum vom ORF erwartet, auch auf den neuen Plattformen präsent zu sein!“

„,Österreich, wir müssen reden!‘ war unser Aufruf zur Aktion. ,Österreich, wir werden nicht gehört‘ war die sehr, sehr laute und eindeutige Antwort der Generation Z! Ö3 als größter junger ORF-Kanal und gleichzeitig auch als klarer österreichischer Marktführer bei der Generation Z wird dieses deutliche Statement in den kommenden Tagen und Wochen auf allen Ö3-Kanälen ausführlich und gemeinsam mit den Betroffenen und den Verantwortlichen diskutieren. Diese Aktion ist auch, so wie ja auch schon der ,Ö3 Podcast Award‘ gleich am Anfang des heurigen Jahres, ein ganz bewusstes Signal und ein Vorgriff auf unser Verständnis für unsere Position und unseren Auftrag am künftigen ORF-Player. Ö3 wird sich vom Community Radio mit bis zu 50 Prozent Marktanteil bei den jungen Hörern und Hörerinnen zur größten österreichischen Audioplattform der Generation Z entwickeln“, so Ö3-Senderchef Georg Spatt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Ö3-Umfrage „Generation … Corona!?

Unsere Probleme werden kaum beachtet:
Drei Viertel (74 Prozent) haben den Eindruck, dass ihre Probleme und Interessen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie von der Politik nicht berücksichtigt werden. Noch einmal stärker äußern dies die jungen Menschen in Ausbildung im Vergleich zu den bereits Erwerbstätigen.

Rund die Hälfte leidet sehr unter den Kontaktbeschränkungen während der Corona Pandemie:
Die Einschränkung der sozialen Kontakte und das Schließen zentraler Kontaktorte infolge der Corona-Pandemie trifft die jungen Menschen in der Lebensphase des „In-die-Welt-Gehens“ mit voller Wucht: 51 Prozent von ihnen berichten davon, sehr stark unter den reduzierten sozialen Kontakten zu leiden.

Die größten Sorgen: Umwelt, Geld und soziale Unruhen:
Am stärksten besorgt sind die jungen Menschen derzeit in Bezug auf die Umwelt (45 Prozent), ihre finanzielle Situation (33 Prozent) und soziale Unruhen (32 Prozent). Waren 2016 und unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise noch rund ein Drittel von ihnen über Zuwanderung besorgt, gilt dies nunmehr für nur noch 12 Prozent. Rund um „Fridays for Future“ hat die Sorge um die Umwelt deutlich zugenommen, während die Corona-Krise einen Anstieg der Sorgen in Bezug auf Wirtschaftskrisen und das Gesundheitssystem nach sich zog.

Zwei Drittel blicken optimistisch in die Zukunft, ihre Selbstwirksamkeit ist jedoch gesunken:
Was ihre Zukunft angeht, sind die jungen Menschen nach wie vor mehrheitlich positiv gestimmt: Zwei Drittel von ihnen blicken optimistisch in die Zukunft, das sind ebenso viele wie im Jahr 2016. Im Gegensatz dazu ist die Selbstwirksamkeit der jungen Menschen – also die Überzeugung, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben – gesunken. Nach einem Jahr Pandemie denken dies 46 Prozent, im Jahr 2016 waren es noch 54 Prozent.

Was es zum Glücklichsein braucht: Freundinnen und Freunde, Musik und Mitbestimmung:
Die Kontaktbeschränkungen haben den jungen Menschen das genommen, was sie in ihrem Leben jedenfalls brauchen: Ihre Freundinnen und Freunde – 92 Prozent können sich ein glückliches Leben ohne diese nicht vorstellen. Direkt dahinter folgt Musik (90 Prozent), an dritter Stelle das Recht zu wählen (79 Prozent). Somit ist auch Mitbestimmung ein essenzieller Bestandteil in der Vorstellung der jungen Menschen von einem glücklichen Leben und im Vergleich mit 2016 wurde diese noch einmal wichtiger (plus 8 Prozentpunkte).

„Wir sind keine verlorene Generation …
Trotz aller Belastungen und Herausforderungen, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie gerade für junge Menschen mit sich bringt, lässt sich die Mehrzahl von ihnen von der Gesellschaft nicht abschreiben:
63 Prozent halten es für übertrieben, dass sie immer wieder als „verlorene Generation“ bezeichnet werden.

… solange wir die Last gemeinsam tragen …
Gleichzeitig befürchten die jungen Menschen jedoch, den Großteil der Pandemiefolgen schultern zu müssen: So denken 72 Prozent, dass ihre Generation den Schuldenberg abtragen wird müssen. Daher pochen die jungen Menschen auch auf Zusammenhalt: Nahezu geschlossen (94 Prozent) sind sie davon überzeugt, dass es ohne Solidarität nicht geht im Leben. Und auf die Frage, welche Sozialleistungen übertrieben seien, nennen 68 Prozent der jungen Menschen keine einzige. Diese solidarischen Haltungen haben seit 2016 zugenommen.

… und endlich gehört werden …
Mitbestimmung ist für die jungen Menschen auch deshalb wichtiger geworden, weil eben drei Viertel (74 Prozent) von ihnen den Eindruck haben, dass ihre Probleme und Interessen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht berücksichtigt werden.

… denn: Wir wollen es besser machen!“
Die Bedeutung von Mitbestimmung gründet außerdem im Bedürfnis der jungen Menschen, es in Zukunft besser machen zu wollen: Rund die Hälfte von ihnen sieht in der Pandemie auch eine Chance auf positive Veränderung.

Methodisches zur Umfrage „Generation … Corona!?“

„Generation … Corona!?“ ist die zweite große Jugendstudie von Ö3/ORF, wissenschaftlich begleitet von SORA. Die jungen Menschen haben 50 Fragen über ihr Leben, ihre Zukunft und das Jungsein in der Pandemie mit dem Ziel beantwortet, das Bild ihrer Generation zu zeichnen. Datengrundlage von „Generation … Corona!?“ ist eine Online-Befragung:
Zwischen dem 1. und dem 21. März haben rund 35.000 Menschen an der Befragung teilgenommen.

„Generation … Corona!?“ als multimediales ORF-Projekt

Die Ergebnisse der Umfrage werden in den nächsten Tagen in allen ORF-Medien zur Diskussion gestellt. So wird aus „Generation … Corona!?“ ein multimediales ORF-Projekt für die Generation Z. Im Zuge der Umfrage wurden auch fünf Fragen zu ihrer Mediennutzung und ihren Erwartungen an den ORF gestellt. Die Antworten darauf werden im Rahmen des ORF-Public-Value-„TransFORM“-Prozesses am 18. Mai präsentiert.

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