Wirtschaftsombudsmann Pacher: Impfverweigerung ist aufklärungsbedürftig

Der 3. Lockdown lähmt die Wirtschaft, der Schaden geht in die Milliarden, aber Kärnten lässt sich mit den ersten Impfungen Zeit. Wirtschaftsombudsmann Pacher verlangt Aufklärung.

Klagenfurt (OTS) Am Sonntag, 27. Dezember, haben in einer konzertierten Aktion in ganz Europa die Impfungen gegen die Corona-Pandemie begonnen. Während in allen anderen österreichischen Bundesländern die ersten Risikogruppen geimpft wurden, hat das Land Kärnten angekündigt, damit bis zum 5. Jänner zuwarten zu wollen. Eine Verzögerung, die Kärntens Wirtschaftsombudsmann Franz Pacher nicht nachvollziehen kann: „Nach Informationen aus der Landesregierung stehen etwa 900 Impfdosen zur Verfügung, mit denen zumindest ein Teil der Risikogruppe bereits geschützt werden könnte. Aber das Land Kärnten will sich eineinhalb Wochen Zeit lassen und erst am 5. Jänner mit dem Schutz der Bevölkerung beginnen. Das ist moralisch, aber auch aus Sicht der Wirtschaft völlig inakzeptabel.“

Denn abseits der unnötig verlängerten Gesundheitsgefährdung für viele Menschen bedeute jeder Pandemietag einen Millionenschaden für die Kärntner Wirtschaft. Pacher: „Der mittlerweile dritte Lockdown erschüttert die Unternehmen in ihren Grundfesten, kostet täglich Existenzen, Arbeitsplätze und Wohlstand. Und die Landespolitik gönnt sich lieber ungestörte ausgiebige Weihnachts- und Neujahrsferien, anstatt jede Möglichkeit zu nützen, dieser Pandemie so rasch wie nur irgend möglich ein Ende zu bereiten?“

Diese Impfverweigerung sei umso empörender, als das Bundesland Kärnten in den vergangenen Monaten ohnehin eine bedauerliche Entwicklung zu verzeichnen gehabt habe. Sei man anfänglich wegen geringer Infektionszahlen und ohne Todesopfer im Sommer sogar von europäischen Reisewarnungen gegen Österreich ausgenommen gewesen, habe man es bis Mitte Dezember an die Spitze der heimischen Corona-Totenstatistik geschafft. Pacher: „Angeblich haben dem Landeshauptmann medizinische Berater zum verspäteten Impfstart geraten. Wenn das dieselben Experten sind, die für den unrühmlichen Spitzenplatz verantwortlich sind, dann ist dringender Handlungsbedarf gegeben!“

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