Home Schooling – Hammerschmid: Auf welchem Planeten leben Sie, Herr Minister?

Bei „Distance Learning“ und Digitalisierung sicher nicht „sehr gut unterwegs“ – Minister Faßmann lenkt von seiner Untätigkeit in Sachen Digitalisierung ab

Wien (OTS/SK) SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kritisiert ÖVP-Bildungsminister Faßmann für sein heutiges Ablenkungsmanöver von den Missständen bei der Digitalisierung in den österreichischen Schulen. „Dass Minister Faßmann einen Europavergleich beim ‚Distance Learning‘ feiert und meint, Österreich sei hier ‚sehr gut unterwegs‘, grenzt an Realitätsverweigerung“, ist die SPÖ-Abgeordnete fassungslos. „Fakt ist, dass es beim Home Schooling gravierende Probleme gibt. Sowohl bei der Ausstattung mit Endgeräten als auch hinsichtlich digitaler Kompetenz von LehrerInnen und SchülerInnen hat sich in der Corona-Krise gezeigt, dass es massive Mängel gibt, durch die vielen Schülerinnen und Schülern Nachteile beim Lernerfolg erwachsen. Wochenlang wurden LehrerInnen, Eltern und Kinder mit dem Home Schooling völlig alleine gelassen, das Bildungsministerium schaffte es erst rund zwei Monate nach der Schulschließung, Leihgeräte für SchülerInnen aufzustellen. Da waren die Schulen aber bereits wieder teilweise geöffnet“, so Hammerschmid, und weiter: „Lenken Sie nicht davon ab, dass Sie Ihren Job nicht gemacht haben, Herr Minister! Wie kommen die Kinder dazu, ihre Untätigkeit auszubaden?“ ****

„Wenn der Bildungsminister nun meint, sein 8-Punkte-Plan für den digitalen Unterricht sei ein Vorzeigebeispiel im internationalen Vergleich, stellt sich die Frage, was er eigentlich die letzten Jahre in seiner Zeit als Minister gemacht hat.“ Unter der ehemaligen Bildungsministerin Hammerschmid war das Digitalisierungskonzept „Schule 4.0“ bereits im Jänner 2017 fix und fertig ausgearbeitet und mit einer Pilotierung wurde umgehend begonnen. „Faßmann hat das Projekt 2018 gestoppt und jahrelang einfach nichts gemacht. Die Rechnung haben besonders in den Corona-Monaten die SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern bezahlt, die mit dem Home Schooling alleingelassen wurden.“

Auch alle ExpertInnen und BildungswissenschafterInnen warnten unisono vor den sozialen Folgen des nicht funktionierenden Home Schoolings und dem Vergrößern der Bildungsschere: Zwei Drittel der LehrerInnen und SchülerInnen waren laut Umfrage der Uni Wien mit der Situation im Home Schooling überfordert, rund ein Fünftel der Kinder erhielt keine Unterstützung beim Lernen durch ihre Familien. 16 Prozent der 10- bis 19-Jährigen hatten kein eigenes Endgerät. 76 Prozent der LehrerInnen sorgen sich wegen eines Leistungsrückfalls von benachteiligten SchülerInnen. Die SchülerInnen kommen nun mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen und Lernfortschritten wieder in die Schule.„Und jetzt sollen die Kinder, die PädagogInnen und die Eltern ein weiteres Jahr warten?“, weist Hammerschmid auf die programmierten Probleme im Falle einer zweiten Corona-Welle und neuerlichen Home Schoolings hin. (Schluss) bj/lp

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